Beaujolais

Das Beaujolais gehört weingeografisch zum Burgund, ist aber eine eigenständige Weinregion, die sich zwischen Macon und Lyon auf 16000 ha in den zwei Departementen Saône et Loire und Rhône erstreckt. Die wichtigsten Kennziffern sind: 12 Appellationen, 10 Crus, 2000 Domaines, 12 Wein-Kooperativen, 150 Maisons de Négoçe, Jahresproduktion ca. 90 Mio Flaschen.

Die glorreichen Zeiten der Vignerons im Beaujolais waren die 1960er und 1970er Jahre. Da erzielten die Weine z.T. Preise, die der Côte d'Or ebenbürtig waren. Die Gründe für den anschliessenden Niedergang sind vielfältig. Einen hervorragenden Einblick in die Entwicklung und deren Hintergründe gibt Bill Nanson in seinem Burgundy Report, April 2016 (https://www.burgundy-report.com/burgundy-report-extra/04-2016/2-beaujolais-the-problem/).

Nun scheint das Beaujolais wieder Tritt zu fassen, vor allem dank den Investitionen von Winzern aus der Côte d'Or. Ja es entwickelt sich sogar ein eigentlicher Hype um Weine dieser Region und in der Gastronomie Frankreichs sind die Gamay aus dem Beaujolais hoch im Kurs. Da sind wir natürlich rechtzeitig dabei, denn meiner Ansicht nach ist die neue Qualitätsentwicklung in den verschiedenen Appellationen mehr als nur ein Trend. Es hat sich eine formidable Renaissance der einstmals grossartigen und langlebigen Weine entwickelt, allen voran in der ungekrönten Spitzen-Appellation Moulin-à-Vent. Denn hier entwickeln die Granit-Böden, die z.T. mit Sand, Kalk, oder Mergel durchsetzt sind, komplexe Aromen. Die Weine werden heute nach burgundischem Vorbild meistens an der Maische vergärt und sorgfältig ausgebaut. Die besten Weine erreichen ein Alterungspotential von 20-40 Jahren.