Domaine Rossignol-Trapet

Mein erster Besuch auf der Domaine Rossignol-Trapet im Februar 2007 verlief eindrücklich: der herzliche Empfang durch David Rossignol, der zusammen mit seinem Bruder Nicolas dieses Weingut bewirtschaftet, der Rundgang durch einen modern eingerichteten, tadellos geführten Betrieb, die kompetenten, offenherzigen Antworten auf all meine Fragen und, natürlich, die Degustation der modern-klassizistischen Weine aus verschiedenen Lagen der berühmten Gemeinde Gevrey-Chambertin.

Seit einigen Jahren haben die Frères Rossignol konsequent auf biodynamische Produktion umgestellt und den Arbeitsaufwand in den Rebbergen ständig erhöht, was zu einer eigentlichen Qualitätsrevolution geführt hat. Der Bestand an Reblagen ist herausragend, besitzen sie doch neben alten Reben in Village-Lagen (in Beaune, Savigny, Gevrey) auch einige der besten Premier Crus (in Beaune und Gevrey) und mit Chapelle, Latricières und Le Chambertin 3 ha Grand Cru-Lagen in Gevrey. Mit den ausserordentlich gut gelungenen Weinen im schwierigen (und zu Unrecht schlecht geschriebenen) Jahr 2004 und den äusserst vielversprechenden Resultaten im Topjahr 2005, haben die Rossignols meiner Meinung nach zu den besten Domaines in Gevery-Chambertin aufgeschlossen.

Stilistisch sind alle Weine geprägt durch die Ernte nur wirklich ausgereiften Traubengutes (besonders 2004 bemerkenswert im Vergleich zu anderen Domaines), ihre ziemlich tiefgründige, natürliche Farbe (bei schonendster Extraktion), die hervorragende Balance zwischen Säure und Alkohol, eine Fülle ohne Schwere und mit einer guten, oft mineralischen Frische – all dies ermöglicht eine sich entwickelnde Komplexität mit grossem Alterungspotential. Verwendung neuer Barriques je nach Jahrgang bei Village 10%, Premier Cru 25-30%, und Grand Cru 50-60%.

Kurz und gut: Es hat grossen Spass gemacht, mit David zwei Stunden zu degustieren, diskutieren und philosophieren. Angesprochen auf seine „Meisterwerke“ winkt er in seiner sympathischen Bescheidenheit ab und meint, das Meisterwerk liefere der Komponist „Natur“ und er sehe sich nur in der Rolle des Dirigenten eines grossen Sinfonieorchesters, der das Werk interpretiere und ihm zu einem grossen sinnlichen Erlebnis verhelfe – Respekt vor dieser Einstellung!

Übrigens: Seit dem Jahrgang 2008 sind die Weine von Rossignol-Trapet zertifiziert als „AB“ (=Agriculture Biologique) und „demeter“ (Biodynamische Produktion).

Appellations / Climats & Lieux-dits

  • Savigny-les-Beaune Les Bas Liards: 0.26 ha, auf reichem und tiefgründigem Boden am Fusse des Hanges gelegen, meist sehr spät gelesenes Traubengut, ergibt einen expressiven, dichten Wein.
  • Beaune 1er Cru Les Teurons: 1.17 ha, Reben von 1980; eine der besten 1er Cru Lagen in Beaune; auf mageren, kieselsteinhaltigem Boden, mit einer exzellenten Filterwirkung; ein warmes, windgeschütztes Climat; die Trauben werden meist früh gelesen; diese Voraussetzungen ergeben einen runden Wein von grosser Eleganz, der aber genügend Kraft besitzt und dessen Aromatik oft von wilden Beeren dominiert wird.
  • Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes: Die Domaine besitzt 6.25 ha Village-Lagen mit sehr unterschiedlichem Terroir: 1.8 ha im Norden des Dorfes En Combe und Clos de Combe mit tiefen, tonigen Böden ergeben einen kräftigen Wein; 2 ha im Osten (lieux-dits Crais, Justice, Fourneaux, Grandes Raies, Puits-de-la-Barraque) leichte Hangneigung mit Kieselböden mit guter Filtration ergeben Weine mit Finesse und Eleganz; die Reben im Süden (lieux-dits Jouise und Clos de l’Arche) mit sandigen und kalkigen Böden ergeben kräftige Weine mit grosser aromatischer Vielfalt. Seit dem Jahrgang 2007 vinifiziert Rossignol-Trapet die ältesten Reben (50-jährig) separat.
  • Gevrey-Chambertin Etelois: Village-Parzelle angrenzend an die Grand Cru-Lage Griotte Chambertin, separat vinifiziert; intensiver Ausdruck reifer Früchte und feiner Elevage in der Nase; von grosser Geschmeidigkeit im Gaumen, harmonisch und delikat; erinnert fast an einen Chambolle Musigny; auf dem Niveau eines 1er Cru, grosses Potential.
  • Gevrey-Chambertin 1er Cru Cherbaudes: eine neuere Lage im Portefeuille von Rossignol-Trapet; Les Cherbaudes liegt zwischen den Grand Crus Chapelle und Mazis Chambertin. meist süsse, geschmeidige Frucht; mit feinkörnigen, eleganten Tanninen; endet mit langem Abgang.
  • Gevrey-Chambertin 1er Cru Clos-Prieur: die 1er Cru-Lage Clos-Prieur Haut (2 ha) liegt gleich unterhalb der Grand Cru-Lage Mazis Chambertin; die Parzelle der Familie Rossignol-Trapet (0.25 ha) besteht aus ca. 30-jährigen Reben. Sein tonig-kalkiger Untergrund an leicht geneigter Hanglage ergibt einen dichten, vollfruchtigen Wein mit noblen Noten von Lakritzen und einem Hauch von Gewürzen.
  • Gevery-Chambertin 1er Cru Les Corbeaux: 0.15 ha auf kalkigem Untergrund; zuoberst am sanft abfallenden Hang mit Kieselsteinen bedeckter magerer Oberboden, unten in der Ebene reichhaltiger Boden; ergibt eher etwas "männliche" Weine mit viel "Biss", erst mit der Alterung entwickeln sie eine wunderbare Finesse und Komplexität.
  • Gevrey-Chambertin 1er Cru Petite Chapelle: Diese Lage befindet sich gleich unterhalb von Chapelle Chambertin; leicht geneigter Hang mit guter Drainage, reicher, toniger Boden. 0.52 ha im Besitz von Rossignol-Trapet; Alter der Reben: 30 Jahre. Der Wein beeindruckt jeweils durch klare Struktur und Finesse, vor allem aber auch durch seine Frische, was ihn in „heissen“ Jahren zu einer der bevorzugten 1er Cru Lagen in Gevrey Chambertin macht.
  • Latricières Chambertin Grand Cru: diese Grand Cru-Lage erstreckt sich in einem geraden Band dem Hang entlang, oben begrenzt durch einen kleinen Wald, der im oberen Teil das Mikro-Klima mit viel Frische beeinflusst; Mergel auf solidem Felsuntergrund mit wenig Oberboden, im unteren Teil von Kalktrümmern bedeckt. Das Alter der Reben beträgt durchschnittlich 55 Jahre (1934 und 1957 gepflanzt), Dichte 12‘500 Stöcke/ha. Typisch für Latricières sind die Gewürzaromen mit einer leichten Note von Gewürznelken, ausserdem Aromen von wilden Kirschen häufig mit einem leichten Touch von Unterholz; mit viel Luft zeigt er seine Finesse dank samtenen Tanninen und feiner Textur; ein wahrer Grand Cru mit langem Abgang.
  • Chapelle-Chambertin Grand Cru: die Lage Chapelle wurde bereits im 15. Jh. erstmals urkundlich erwähnt. Sie umfasst heute 5.69 ha aufgeteilt in einen oberen und unteren Teil. Die Familie Rossignol-Trapet besitzt in En la Chapelle 0.40 ha und in les Gémeaux 0.14 ha. Die Parzelle ist gleich unterhalb von Le Chambertin hervorragend platzier und ist nach SE gerichtet. Der Mergel-Kalkboden hat einen wenig mächtigen Oberboden und in ca. 40cm Tiefe zieht sich ein Kalkband durch. Die Parzelle hat eine leichte Hangneigung, was ihr zusammen mit der Kalkkieselbedeckung zu einer perfekten Drainage verhilft. Charakter: gutes Volumen, viel Finesse und Eleganz, grossartige Aromenkomplexität mit zunehmender Reife. Das Alter der Rebstöcke beträgt durchschnittlich 50 Jahre (1930 bis 1993). Pflanzdichte: 12‘500 Stöcke /ha !
  • Chambertin Grand Cru: die Krone unter den Grand Cru-Lagen in Gevrey-Chambertin; leicht abfallender Hang mit braun-rotem Kalkboden im oberen Teil und hellem Mergel-Kalk im unteren Teil; 1.6 ha im Besitz von Rossignol-Trapet liegen im Herzen der Appellation; als einzige erstreckt sich die Parzelle Rossignol-Trapets von ganz oben bis unten an den Fuss dieser Lage (280m-270m ü. M.); das Alter der Reben beträgt durchschnittlich 55 Jahre (1920 bis 2002), Dichte 12‘500 Stöcke/ha. Die Weine dieser Lage sind „männliche“ Weine, etwas hart und monolithisch in der Jugend, jedoch mit unglaublicher Komplexität und Weichheit nach genügend langer Reifezeit.

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